6 Mythen über Psychotherapie

Ruhiger Praxisraum mit zwei Sesseln und Pflanze

In meiner Arbeit als Psychotherapeutin erlebe ich immer wieder, dass Menschen mit bestimmten Vorstellungen oder auch Unsicherheiten in die Therapie kommen. Viele dieser Mythen halten davon ab, sich Unterstützung zu holen, obwohl genau das oft entlastend sein kann. Deshalb möchte ich einige der häufigsten Missverständnisse aufgreifen und aus meiner gestalttherapeutischen Perspektive einordnen.

Mythos 1: „Psychotherapie ist nur für schwere psychische Erkrankungen“

Ein verbreiteter Irrtum ist, dass man erst dann eine Psychotherapie beginnen sollte, wenn „gar nichts mehr geht“. Tatsächlich suchen viele Menschen Unterstützung bei Stress, Ängsten, innerer Unruhe, Beziehungsthemen oder in herausfordernden Lebensphasen. Psychotherapie kann auch präventiv und zur persönlichen Entwicklung sinnvoll sein.

Mythos 2: „Ich muss meine Probleme alleine lösen“

Dieser Gedanke begegnet mir häufig. Gleichzeitig bedeutet es nicht Schwäche, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Im Gegenteil: Es ist ein aktiver Schritt, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Psychotherapie schafft einen geschützten Rahmen, um eigene Themen in Ruhe zu betrachten.

Mythos 3: „Die Therapeutin sagt mir, was ich tun soll“

In der gestalttheoretischen Psychotherapie geht es nicht darum, fertige Lösungen vorzugeben. Vielmehr begleite ich Sie dabei, eigene Antworten zu entwickeln. Der Fokus liegt auf dem bewussten Erleben im Hier und Jetzt sowie darauf, Zusammenhänge besser zu verstehen.

Mythos 4: „Psychotherapie dauert immer sehr lange“

Wie lange eine Therapie dauert, ist individuell. Manche Anliegen lassen sich in wenigen Sitzungen klären, andere brauchen mehr Zeit. Entscheidend ist, dass der Prozess zu Ihnen passt und Sie sich gut begleitet fühlen.

Mythos 5: „Wenn ich darüber spreche, wird alles schlimmer“

Diese Sorge ist nachvollziehbar. Gleichzeitig zeigt die Erfahrung, dass das Aussprechen von Gedanken und Gefühlen oft entlastend wirkt. In einem sicheren Rahmen können auch schwierige Themen Schritt für Schritt bearbeitet werden.

Mythos 6: „Psychotherapie bringt nichts“

Psychotherapie ist eine wissenschaftlich fundierte und wirksame Unterstützung bei psychischen Belastungen. Besonders wichtig ist dabei die therapeutische Beziehung – also das Gefühl, verstanden und ernst genommen zu werden.

Mein Zugang in der gestalttherapeutischen Psychotherapie

In meiner Arbeit orientiere ich mich an der Gestalttheorie. Ein zentraler Gedanke dabei ist die sogenannte „Tendenz zur guten Gestalt“. Vereinfacht gesagt beschreibt sie, dass jeder Mensch die innere Fähigkeit und das Streben in sich trägt, Erlebtes zu ordnen, stimmige Zusammenhänge herzustellen und zu mehr innerer Klarheit zu finden.

Man könnte auch sagen: In jedem Menschen ist bereits angelegt, sich in Richtung Ganzheit und inneres Gleichgewicht zu entwickeln. Psychotherapie bedeutet in diesem Sinne nicht, „etwas zu reparieren“, sondern diesen Prozess zu unterstützen und wieder zugänglich zu machen.

In meiner Praxis im 9. Bezirk begleite ich Sie dabei, Ihre eigene Wahrnehmung zu vertiefen, neue Perspektiven zu entwickeln und das, was sich vielleicht fragmentiert oder unklar anfühlt, Schritt für Schritt zu einem stimmigeren Ganzen zu verbinden.

Wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen, eine Psychotherapie in Wien zu beginnen, kann ein Erstgespräch eine gute Möglichkeit sein, den Rahmen kennenzulernen und offene Fragen zu klären.

Den ersten Schritt machen

Hinterlassen Sie Ihre Nummer – ich rufe Sie unverbindlich zurück.

Rückruf vereinbaren
Zurück zum Blog